Anna und Klaus über ihre Arbeit bei der ISBN-Agentur

Interview mit Anna und Klaus über die Internationale Standardbuchnummer

Anna Göckel steht vor einem Bücherregal.
© Katrin Friedl

Die Internationale Standardbuchnummer (ISBN) ist der Fingerabdruck eines Buches und begleitet das Werk durch die gesamte Vermarktungskette – vom Verlag oder Selfpublisher über den Buchhandel bis zu den Lesenden.

Seit dem Deutschland-Start des weltweiten Standards im Jahr 1969 ist MVB die Heimat der nationalen ISBN-Agentur. Hier im Herzen der Buchbranche ist der perfekte Ort, um Prozesse mitzugestalten.

Wir haben unsere beiden ISBN-Profis Anna und Klaus gefragt, wie ihr Arbeitsalltag aussieht, welche ungewöhnlichen Anfragen sie erreichen und welche Entwicklungen sie beobachten.

  • Was macht die deutsche ISBN-Agentur und welche Rolle spielt MVB dabei?
    Anna: Wir versorgen Verlage sowie Selfpublisherinnen und Selfpublisher mit ISBNs – vom großen Kontingent bis zur Einzel-ISBN. Außerdem sind wir Ansprechpersonen für alle Fragen rund um die Bestellung und die korrekte Anwendung und natürlich für Problemlösungen. Im Hintergrund sorgen wir dafür, dass für den deutschen Buchmarkt ausreichend ISBNs verfügbar sind, und stimmen uns mit der internationalen ISBN-Agentur in London ab.
     
  • Was sind Eure Aufgaben im Team?
    Anna: Zusammen mit drei weiteren Kolleginnen und Kollegen betreuen wir Kundinnen und Kunden telefonisch und per E-Mail. Die Anfragen reichen von Bestellungen bis hin zu kreativen oder komplexen Fällen, etwa einer möglichen ISBN-Übertragung. Wir beraten auch angehende Selfpublisherinnen und Selfpublisher bei ihren ersten Schritten.
    Klaus: Daneben übernehme ich organisatorische Aufgaben, zum Beispiel die regelmäßige Meldung neu zugeteilter Nummern an die internationale ISBN-Agentur.
    Anna: Wir profitieren stark vom über die Jahre gewachsenen Wissen im Team, was auch hilft, um interne Prozesse zu optimieren oder weiterzugeben.
     
  • Was war die kurioseste Anfrage, die Ihr bisher erhalten habt?
    Klaus: Besonders überrascht hat uns die Annahme, dass man sich die ISBN frei zusammenstellen könne. Dass diese einem bestimmten Schema folgt, war wohl nicht bekannt.
    Anna: Auch Fragen zu bedruckten Gegenständen wie T-Shirts, Tassen oder Toilettenpapier erreichen uns gelegentlich. Hier erklären wir, dass nicht jedes Produkt, das Text enthält, ISBN-fähig ist. Dafür gelten klare Vorgaben.
     
  • Wie ist das ISBN-System international organisiert?
    Anna: Zur internationalen ISBN-Organisation gehören rund 150 nationale und regionale ISBN-Agenturen, die meist bei buchhändlerischen Verbänden oder Landesbibliotheken angesiedelt sind. Bei grenzüberschreitenden Anfragen arbeiten wir gelegentlich zusammen.
    Klaus: Einmal im Jahr kommen Delegierte aller Agenturen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im ISBN-System auszutauschen. Uns ist es ein Anliegen, die Weiterentwicklung des Standards mitzugestalten, und wir haben deshalb über die Jahre schon in verschiedenen Positionen mitgewirkt.
     
  • Welche Entwicklungen verfolgt Ihr derzeit besonders aufmerksam?
    Klaus: Aktuell beobachten wir, wie sich Veröffentlichungen, die ganz oder teilweise mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) entstehen, auf die ISBN-Nutzung auswirken. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der ISBN-Bestellungen deutlich gestiegen – vor allem im englischsprachigen Raum. Mein Eindruck ist, dass solche Veröffentlichungen zunehmend auch im traditionellen Buchhandel ankommen.
    Anna: Gleichzeitig veröffentlichen immer mehr Menschen im Selbstverlag. Mit der wachsenden Zahl nehmen auch die Anfragen zu, bei denen wir insbesondere Erstveröffentlichende bei der Orientierung rund um die ISBN unterstützen. 

Fazit: Gerade weil sich der Buchmarkt ständig verändert, bleibt die ISBN ein wichtiger Schlüssel für die Auffindbarkeit und Vermarktung von Büchern.
 

PS: Alles Wissenswerte rund um die ISBN und den Link zum ISBN-Shop gibt es unter: www.german-isbn.de

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